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Naturerfahrungen führen uns zur Quelle des Seins

Wann hast du zum letzten Mal einen Sonnenaufgang bestaunt,
am frühen Morgen gewartet, bis eine Blume ihre Blüte öffnete,
wann einen Käfer selbstvergessen beobachtet?

Erfahrungen in der Natur können eher in poetischen Versen ausgedrückt oder besungen werden als in rationalen Erklärungen.
Es ist die Unmittelbarkeit des Seins, die uns hier berührt, der einzigartige, unwiederbringlich erlebte Augenblick, wenn wir unsere Sinne dafür öffnen. Naturschönheiten, Naturgewalten lassen unseren Verstand demütig und still werden angesichts einer Harmonie und eines perfekten Zusammenspiels von Kräften, die ihm immer neue Geheimnisse aufgeben, so sehr er sich ihrer Ergründung auch nähern mag.
Und dennoch fühlen wir uns heimisch in dieser kosmischen Ordnung, finden uns darin eingebettet, auf seltsam vertraute Weise davon berührt. Probleme scheinen sich unter weitem Himmel zu relativieren. Das umfassende Sein berührt das „kleine“ Sein.
Die Natur ist verlässlich auf ihre ganz eigene Art. Der Boden trägt, gibt Halt. Die Erde ernährt, schenkt reiche Gaben. Jeder Tag bringt einen neuen Morgen und jeder Morgen eine neue Sonne. Ihre Verlässlichkeit ist wie das Leben selbst, auch wechselhaft und launisch, in ständiger Veränderung wie das Wasser in Bewegung, wie die Jahreszeiten, das Altern, wie Geburt und Tod, Gefährten, die zusammen gehören, selbstverständlich.
Und diese Selbstverständlichkeit erleben wir wieder in der Natur, erinnern uns, weil es auch unsere eigene Seinsnatur ist, jenseits unserer Ängste und Fragen, die der Verstand unaufhörlich produziert, im werten, bewerten, urteilen und verurteilen.
Dagegen steht das Sein, unmittelbar, unverrückbar in seiner ganzen Schönheit und Vielfalt, mit seiner Zartheit, Verletzlichkeit, mit Gewalt und Stärke. Der Baum lebt. Die Blüte welkt. Der Sturm entwurzelt. Der Frühling erwacht. So ist es, einfach, unhinterfragt. So kommt auch in uns etwas zur Ruhe, die Ängste werden leiser, das Herz öffnet sich und lernt „Ja“ zu sagen zum Leben.


Rituale in der Natur

Es kann so einfach und beglückend sein, in freier Natur in einem Kreis von Menschen zusammen zu kommen, zu singen, zu feiern, zu lachen, ins Feuer oder den Sternenhimmel zu schauen oder einander Geschichten zu erzählen.

Ich integriere solche Erlebnisse gerne in meine Seminare, weil sie tief in uns etwas berühren, was das eigene bildhafte und intuitive Erleben bestärkt, die eigene Kreativität und Ausdrucksweise fördert, und auch die Fröhlichkeit und Lebenslust.

Von einem Ritual sprechen wir dann, wenn wir solchen Zusammenkünften oder Handlungen eine bestimmte Bedeutung verleihen. Dadurch werden Veränderungen in unserem Bewusstsein initiiert, verstärkt durch kreatives Tun. Wir „heiligen“ unsere Handlungen gewissermaßen, heben sie von alltäglichen unreflektierten Verhaltensweisen ab. Das Heilige beinhaltet das heile, das, was uns wieder mehr ins Gleichgewicht bringt, in Harmonie mit uns und unserer Umgebung.

In vielen alten Traditionen wurden die Natur und ihre Gaben stets gewürdigt und gefeiert - und indem sie, sei es individuell oder gemeinschaftlich, den natürlichen Vorgängen des Lebens Ehre erwiesen, haben die Menschen sich auch selbst bestärkt und ihrem eigenen Leben Achtung und Würde verliehen.